Energielexikon beginnend mit Ö

Quelle: MWV (Mineralölwirtschaftsverband e.V.)

Fachbegriffe rund um das Thema Energie
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ÖLHAFTUNGSÜBEREINKOMMEN

Nach dem Ölhaftungsübereinkommen von 1969 in der Fassung des Änderungsprotokolls von 1992 haftet der Eigentümer eines Seeschiffes, das Öl als Bulkladung befördert, unabhängig von einem Verschulden für Verschmutzungsschäden, die durch ausfließendes Öl verursacht werden. Die Haftung kann auf einen Höchstbetrag beschränkt werden, der von der Größe des Tankers abhängt. Der Schiffseigentümer hat zusätzlich eine Haftpflichtversicherung in Höhe des für sein Schiff geltenden Haftungshöchstbetrages abzuschließen. Eine weiter gehende Entschädigung erfolgt im Rahmen des Fondsübereinkommens.

ÖLRESERVEN

Bei der Klassifizierung der Ölreserven unterscheidet man mögliche, wahrscheinliche und nachgewiesene Reserven.
Die möglichen Reserven umfassen alles Öl, das auf der Erde vorhanden sein könnte. Über ihren Umfang gibt es unterschiedliche Schätzungen, die zwischen 450 und 2600 Milliarden Tonnen liegen.
Die wahrscheinlichen Reserven umfassen die Ölmenge, die durch Fundbohrungen bereits in Lagerstätten festgestellt ist und die man unter den jeweiligen technischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten mindestens zur Hälfte glaubt fördern zu können. Als nachgewiesene oder bestätigte Reserven bezeichnet man das Öl, das nicht nur durch erste Fundbohrungen festgestellt ist, sondern auch mit der jeweils vorhandenen Technik und zu dem jeweils herrschenden Preisniveau mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit tatsächlich aus den Lagerstätten gefördert werden kann. Diese nachgewiesenen Erdölreserven beliefen sich Anfang 2001 auf rund 140 Milliarden Tonnen.
Zu den Reserven an konventionellem Erdöl kommt noch das Erdöl hinzu, das in Ölschiefer und bituminösen Sanden enthalten ist. Die nachgewiesenen Reserven an gewinnbarem Öl in diesen Vorkommen dürften etwa 80 Milliarden Tonnen betragen. Darüber hinaus dürften noch Vorkommen in Höhe von 370 Milliarden Tonnen vorhanden sein.

ÖLVERSCHMUTZUNGEN

Als Folge von Unfällen belasten Ölverschmutzungen die Umwelt. Technische und organisatorische Vorbeugemaßnahmen (z.B. Verordnung über brennbare Flüssigkeiten, Technische Regeln für brennbare Flüssigkeiten, Verordnung über die Lagerung Wasser gefährdender Flüssigkeiten) bei Verarbeitung, Transport und Lagerung stellen jedoch sicher, dass die Zahl nicht zu vermeidender Schadensfälle gering gehalten wird. Um die Auswirkungen solcher Unfälle soweit wie möglich zu begrenzen, werden zudem die Erfahrungen der Fachleute aus Behörden, Wissenschaft und Mineralölindustrie in einem Beirat beim Bundesministerium des Innern zusammengefasst.
Tankerunfälle können Küstenregionen gefährden und das Leben von Seevögeln und Meeresbewohnern bedrohen. Ölgesellschaften, Reedereien und Regierungen verbessern daher seit Jahren die organisatorischen Möglichkeiten zur Vermeidung solcher Unfälle. Wegen der langwierigen und schwierigen internationalen Verhandlungen sind die Probleme zwar erkannt, aber noch nicht alle gelöst. Zur Abdeckung der durch Tankerunfälle verursachten Kosten stehen aus privaten und öffentlichen Fonds erhebliche Mittel zur Verfügung (CRISTAL, TOVALOP, Fondsübereinkommen, Ölhaftungsübereinkommen).
Zunehmend verschmutzen in das Meer abgegebene Ölrückstände aus der Treibstoffaufbereitung der normalen Handelsschifffahrt Hohe See und Küstengewässer. Durch kostenlose Annahme dieser Rückstände in den Häfen und strenge Überwachung wird dagegen vorgegangen, s. MARPOL.
Da Erdöl ein Naturprodukt ist, kann es durch Mikroorganismen abgebaut werden, wenn man ihm geeignete Bedingungen (ausreichend Sauerstoff und Düngemittel) bietet. An den Stellen größerer Ölunfälle tritt daher – sobald die groben Verunreinigungen entfernt sind – innerhalb weniger Jahre eine natürliche Regeneration der ursprünglichen Flora und Fauna ein.