Energielexikon beginnend mit C

Quelle: MWV (Mineralölwirtschaftsverband e.V.)

Fachbegriffe rund um das Thema Energie
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CERM

(Coordinated Emergency Response Measures) Ein Krisenmechanismus der IEA, der auf dem Beschluss des Go verning Board der IEA von 1984 basiert, künftig auch Krisen unterhalb der 7%-Triggerschwelle gemeinsam zu begegnen. Eine Umverteilung des verbleibenden Rohöl- und Produktenaufkommens ist in dem Beschluss – im Gegensatz zu den Vorgaben des Internationalen Energieprogramms (IEP) für den Krisenmechanismus – nicht vorgesehen.

CETANZAHL

Eine zentrale Anforderung an Dieselkraftstoff ist die Zündwilligkeit. Da Dieselmotoren im Unterschied zu Ottomotoren keine Zündkerzen besitzen, muss das Luft/Kraftstoff-Gemisch die Verbrennung ohne Zündfunken beginnen. Diese Eigenschaft des Dieselkraftstoffs wird ähnlich wie bei Ottokraftstoff in einem Testmotor untersucht. Der Vergleich der Zündwilligkeit mit Referenzkraftstoffen ergibt dann die sog. Cetanzahl. Robuste, alte Dieselmotoren können mit Diesel mit Cetanzahlen ab 40 betrieben werden, für moderne Hochleistungsmotoren mit geringem Schadstoffausstoß, die die Qualitätsanforderungen des heute an den Tankstellen verkauften Dieselkraftstoff bestimmen, werden Cetanzahlen über 52 benötigt.

CIF

Cost, Insurance, Freight (Kosten, Versicherung, Fracht). Klausel im internationalen Ölhandel, die besagt, dass der Verkäufer die Kosten und die Fracht für die Beförderung der Ware zum vereinbarten Bestimmungsort und die Seetransportversicherung gegen die Gefahr des Untergangs oder von Schäden an der Ware während des Transports tragen muss FOB.

CLAUSANLAGE

In der Clausanlage wird der während der Entschwefelung im Hydrofiner entstandene Schwefelwasserstoff zu reinem Schwefel umgesetzt, s. Raffinerieverfahren.

COKER

Ein Coker ist eine Raffinerieanlage zur Umwandlung sehr schwerer Kohlenwasserstoffmoleküle in leichtere Produkte. Dabei entsteht Petrolkoks. Es gibt eine Reihe von Verfahrensvarianten, deren bekannteste das „Delayed coking“ (verzögerte Koksbildung) ist. Petrolkoks wird überwiegend zur Herstellung von Elektroden für die Aluminiumerzeugung und als Brennstoff verwendet.

CRACKEN

to crack = aufbrechen. Unter Cracken versteht man das Spalten von Kohlenwasserstoffmolekülen, s. Kohlenwasserstoff. Bei Temperaturen über 360° C beginnen die Kohlenwasserstoffmoleküle in so starke Schwingungen zu geraten, dass sich Bindungen zwischen den Kohlenstoff-Atomen lösen und Kohlenwasserstoffverbindungen mit kürzerer Kettenlänge entstehen. Bei dieser Spaltung entsteht gleichzeitig auch Koks, der sich in den Rohren der Spaltöfen oder auf dem Katalysator ablagert und von Zeit zu Zeit abgebrannt werden muss. Es gibt mehrere Crack-Verfahren:

Thermisches Cracken wandelt bei hohen Temperaturen und unter Druck schwer siedende Kohlenwasserstoffe (z.B. schweres Heizöl) in leicht siedende (z.B. Benzine und Mitteldestillat) um. „Visbreaker“ und „Coker“ arbeiten ähnlich. Im Visbreaker werden sehr zähflüssige Produkte der Vakuumdestillation durch mildes thermisches Spalten leichtflüssiger, so dass sie als schweres Heizöl verwendet werden können. Dabei fallen auch geringere Mengen von Benzinen und Mitteldestillaten an. Beim Coken werden die nicht verdampfbaren Produkte der Destillation in Petrolkoks und leichte Kohlenwasserstoffe umgewandelt.

Steamcracken (Dampf-Crackverfahren) wird in der Petrochemie angewandt, und zwar vornehmlich zur Herstellung von ungesättigten Gasen (z.B. Ethylen, Butylen, Butadien). Im Steamcracker gewinnt man dabei aus Mineralölprodukten unter Zusatz von Dampf chemische Rohstoffe.

Katalytisches Cracken dient dem gleichen Zweck wie das thermische Cracken, nur geht hier der Spaltvorgang in Gegenwart eines feinen staubförmigen Katalysators (z.B. Hydrosilikate) schonender vor sich. Dadurch kann etwa bei Atmosphärendruck und mit niedrigeren Temperaturen gearbeitet werden.

Hydrocracken ist ein katalytisches Spaltverfahren in Gegenwart von Wasserstoff und bei einem Druck von etwa 100 Atmosphären. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass man je nach Katalysator und Betriebsbedingungen das Ausgangsmaterial fast ausschließlich in Benzin oder vorwiegend in Dieselkraftstoff und leichtes Heizöl verwandeln kann. Hoher Wasserstoffbedarf und hoher Druck machen das Verfahren sehr aufwendig.

Ausbeutestruktur bei verschiedenen Crack-Verfahren (in% vom Einsatz):

Thermisches Katalytisches Hydrocracking

Cracken Cracken

(I) (II) (I) (II)

Gase 7 23 11 23 7

Benzine 154528 77 19

Mitteldestillate 48 24 52 – 74

Rückstand 30 8 9 – –

(I) Benzin-Fahrweise (II) Mitteldestillat-Fahrweise.

CRISTAL

Contract Regarding Interim Supplement to Tanker Liability for Oil Pollution. Auf freiwilliger Basis 1971 abgeschlossenes Haftungsabkommen der Ölgesellschaften als Ladungseigner; es ist mit dem (staatlichen) Fondsübereinkommen vergleichbar. Bei Ölunfällen mit Tankern entschädigt CRISTAL für Ölverschmutzungsschäden und Reinigungsmaßnahmen. CRISTAL ergänzt TOVALOP.

CRUDE-OIL-WASHING

Unter Crude-Oil-Washing (COW) versteht man die Reinigung der Tankabteile von Tankern mit Rohöl statt mit Wasser. Das Öl wird der Ladung wieder zugeführt. Dadurch wird die Abgabe von ölverschmutztem Wasser, s. Ölverschmutzungen verhindert. Voraussetzung ist die Verdrängung der Luft aus den Tanks durch „Inertgas“, damit das Entstehen explosionsfähiger Gemische beim COW vermieden wird.