Energielexikon beginnend mit F

Quelle: MWV (Mineralölwirtschaftsverband e.V.)

Fachbegriffe rund um das Thema Energie
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FEEDSTOCKS

Als Feedstocks werden kohlenwasserstoffhaltige Produkte bezeichnet, die mit Rohöl zusammen oder alleine erneut in den Verarbeitungsprozess der Raffinerien eingebracht werden. Dies können von der Beschaffenheit her völlig unterschiedliche Produkte sein, aus dem Chemierücklauf stammende Pyrolysebenzine ebenso wie schwerer Destillationsrückstand. Wegen dieses Beschaffenheits-Mix kennt die deutsche Mineralölstatistik keine Produktkategorie Feedstocks, sondern ordnet sie als Komponente den jeweiligen Destillationsschnitten zu, im obigen Beispiel einerseits den Benzinkomponenten, andererseits den Heizöl schwer-Komponenten.

FERNFÜLLSCHACHT

Siehe Domschacht

FLAMMPUNKT

emperatur eines Mineralölproduktes, bei der sich unter in Prüfnormen definierten Bedingungen – in einem geschlossenen Tiegel – ein zündfähiges Gemisch bildet. Typische Flammpunkte sind:
Benzin: unter 0°C
Petroleum: ca. 40°C
Dieselkraftstoff, Heizöl EL: 56°C bis 65°C
Schmieröle: über 100°C

FLUGKRAFTSTOFFE

Bezeichnungen: Kraftstofftyp, Bezeichnung: frühere Nato-Code

Verwendung:

Zivilluftfahrt: Kerosin Jet A-1 JP1, JP8, ATK F34/35 (Düsentriebwerk, Turboprop)
Militär. Einsatz: Kerosin / Jet B JP4, ATG F40 (heute weitgehend ersetzt durch F34/35), (Düsentriebw.) Benzin-Gemisch
Sportflugzeuge: Benzin (Kolbenmotor) Avgas 100 LL („Flugbenzin“)

Flugbenzin
Flugbenzin ist ein hochoktaniger Kraftstoff für Flugzeuge mit Kolbenmotoren (Sport- und kleine Privatflugzeuge). Für Flugbenzin gilt die US-amerikanische Anforderungsnorm ASTM D910 Sorte 100 LL (Oktanzahl 100, Low Lead = niedriger Bleigehalt). Die Bezeichnung im angelsächsischen Raum ist Avgas 100 LL für „Aviation gasoline“.

Flugturbinenkraftstoff
Flugturbinenkraftstoff (Jet fuel, Jet A-1, Düsentreibstoff) ist ein sorgfältig raffiniertes Petroleum für Turbinentriebwerke der kommerziellen Luftfahrt. Wegen der hohen Anforderungen dieser Triebwerke gelten für diese Kraftstoffart sehr umfassende international einheitliche Qualitätsbestimmungen.

FLÜSSIGGAS

Als Flüssiggas (engl.: Liquefied Petroleum Gas, Abk.: LPG) werden die unter Druck verflüssigten Gase Propan und Butan und deren Gemische bezeichnet, die auch Anteile von den ungesättigten Verbindungen Propen und Buten enthalten können. Sie sind bereits im Rohöl enthalten und dienen als Verkaufsprodukt in erster Linie für Heiz- und Kochzwecke, können aber auch in entsprechend modifizierten Ottomotoren verwendet werden. Beim Einsatz als Kraftstoff (Autogas) unterliegen sie einer ermäßigten Mineralölsteuerbelastung, s. Mineralölsteuer.

FOB

FOB (Free On Board = frei an Bord) bezeichnet im Ölhandel die Vereinbarung, nach der der Verkäufer die Ware an Bord des Schiffes im kaufvertraglich festgelegten Verschiffungshafen bringen muss. Die Gefahr von Schäden an der Ware oder ihr Verlust während des weiteren Transports geht auf den Käufer über, sobald die Ware durch die Ladeeinrichtung des Tankers gepumpt wird, s. CIF.

FOLGEMARKT

Durch den harten Wettbewerb zwischen den verschiedenen Kraftstoffanbietern ist die Verdienstspanne im Kraftstoffverkauf seit langem unzureichend. Zur Sicherung der weiteren Einkommensentwicklung der Tankstellenpartner werden im Folgegeschäft mit Handelswaren und im Dienstleistungsbereich die Möglichkeiten der einzelnen Tankstellen weiter ausgeschöpft. Unter diesem Gesichtspunkt werden die Serviceangebote immer wichtiger. An vielen Tankstellen wird die technische Kompetenz der Tankstellenpartner dem Verbraucher gegenüber deutlich herausgestellt. In dem Geschäft mit Handelswaren können die Autofahrer ihren eigenen Bedarf und den Bedarf an autobezogenen Artikeln weitgehend decken.

FONDSÜBEREINKOMMEN

Durch das Fondsübereinkommen von 1971 wurde der Internationale Fonds zur Entschädigung für Ölverschmutzungsschäden geschaffen. Mit der Änderung von 1992 wurden insbesondere die Haftungshöchstgrenzen auf ca. DM 300 Mio. erhöht. Bis zu dieser Summe tritt der Fonds für Ölverschmutzungsschäden ein, sofern eine Haftung des Schiffseigentümers ausnahmsweise nicht besteht oder die Schäden den Höchstbetrag der Schiffseigentümerhaftung nach dem Ölhaftungsübereinkommen übersteigen. Der Fonds wird durch Beiträge der Mineralölwirtschaft finanziert. Das Fondsübereinkommen ist das staatliche Gegenstück zu CRISTAL.

FRAKTION

Als Fraktion (Siedeschnitt) bezeichnet man die Produkte der Rohöldestillation, die innerhalb bestimmter Siedebereiche gewonnen werden. Als „Benzinfraktion“ gilt der Temperaturbereich von 35°C bis 210°C, als „Mitteldestillatfraktion“ der von 180°C bis 360°C. „Fraktion“ ist dabei kein einheitlicher Begriff, so kann z.B. Mitteldestillat auch als jeweils eine Petroleum-, Leichtgasöl- und Schwergasölfraktion innerhalb der o.g. Siedespanne für Mitteldestillate abgezogen werden. Entscheidend ist die jeweilige Raffineriekonfiguration.

FREIE TANKSTELLEN

Als freie Tankstelle, markenlose oder weiße Tankstellen werden die Tankstellen bezeichnet, die ihre Kraft- und Schmierstoffe im eigenen Namen und für eigene Rechnung verkaufen und nicht in das Vertriebssystem einer Markenfirma eingegliedert sind. Von den gegenwärtig rund 16300 Tankstellen in Deutschland können gut 6100 zu den so genannten freien Tankstellen gerechnet werden, unter ihnen die knapp 1700 Tankstellen im Bundesverband Freier Tankstellen und Unabhängiger Deutscher Mineralölhändler (BFT) sowie die rund 750 unter der Marke AVIA zusammengeschlossenen Tankstellen, die sich jeweils durch ein einheitliches Markenzeichen von den übrigen freien Tankstellen abheben.

FURFUROL

FÖRDERABGABE / FÖRDERZINS

Englisch: Royalties. Förderabgaben und Förderzinsen werden von den Unternehmen für das Recht gezahlt, Bodenschätze wie z.B. Erdöl und Erdgas zu fördern. Empfänger dieses Entgelts sind Staaten und Länder, aber auch private Grundeigentümer. In Deutschland wird die Förderabgabe seit dem 1. Januar 1982 von den Bundesländern auf der Grundlage des Bundesberggesetzes durch Verordnung festgelegt. Bemessungsgrundlage ist beim Erdöl der Marktwert der frei gehandelten Mengen in DM je Tonne und beim Erdgas der von den Gewinnungsunternehmen erzielte Preis in DM je Kilowattstunde. Der Regelsatz der Förderabgabe beträgt 10%. Bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen kann dieser Satz auf maximal 40% angehoben werden; es sind aber auch eine Unterschreitung des Regelsatzes und eine völlige Aussetzung der Förderabgabe möglich.
Förderzinsen werden in Deutschland nur insoweit gezahlt, als die Förderung auf der Grundlage von Konzessionsverträgen erfolgt, die bis zum Jahr 1934 mit privaten Grundeigentümern geschlossen wurden. Empfänger sind hier im Wesentlichen Privatpersonen, Unternehmen und Gemeinden.

FÖRDERKOSTEN

Zu den Förderkosten zählen die Kosten für die Ölsuche sowie die laufenden Kosten der Förderung selbst und die Pipelinekosten bis zum Verladehafen bzw. der Sammelstelle verschiedener Ölquellen. Die Förderkosten sind abhängig von den für die Förderung notwendigen Investitionen und von der je Bohrung geförderten Menge.

Förderkosten im Vergleich (Vollkosten) in Dollar je Barrel

Naher Osten Mittel- und Südamerika Afrika Europa USA

1 – 6 2 – 8 2 – 6 5 – 15 3 – 20

Je höher der Rohölpreis im langfristigen Durchschnitt ist, um so mehr Ölfelder werden erschlossen, so dass nach mehreren Jahren die Menge des auf dem Markt verfügbaren Rohöles zunimmt und die Preise durch das zusätzliche Angebot wieder sinken.

FÖRDERTECHNIKEN

Das in einer Lagerstätte vorhandene Erdöl kann nicht in vollem Umfang gewonnen werden. Als bestätigte Ölreserven gilt der Anteil des Erdöls, der nach dem Stand der Technik wirtschaftlich gefördert werden kann. Der Entölungsgrad unterscheidet sich je nach Lagerstätte und Beschaffenheit des Erdöls. Im Weltdurchschnitt beträgt der Entölungsgrad gegenwärtig zwischen 35 und 40%.

Ein Teil des Erdöls kann durch den natürlichen Lagerstättendruck gefördert werden (primäre Förderung). Bei Fördertechniken, die mittels zusätzlicher Maßnahmen die natürliche Ausbeute erhöhen, unterscheidet man neben dem Einsatz von Pumpen zwischen sekundären und tertiären Methoden:

Zu den sekundären Verfahren zählt hauptsächlich das Einpressen von kaltem Wasser oder Gas in die Lagerstätte.

Zu den tertiären Verfahren (Enhanced Oil Recovery – EOR) werden die Methoden gezählt, die nach dem Einpressen von kaltem Wasser noch verbliebenes, weiteres Öl lösen können. Hierzu gehören insbesondere die thermischen Verfahren, wie z.B. die Injektion von Dampf oder heißem Wasser. Außerdem können chemische Substanzen wie Polymere und Tenside eingesetzt werden. Tertiäre Fördertechniken sind außerordentlich teuer. Daher ist ihre Wirtschaftlichkeit vom Rohölpreis abhängig.

Mit der Weiterentwicklung der Fördertechniken wurden Horizontalbohrungen möglich. Sie werden innerhalb von Lagerstätten gesetzt und verbessern deren Erschließbarkeit. Hinzu kommen „extended reach“–Bohrungen; mit diesen weit abgelenkten Bohrungen erreicht man Lagerstätten, die ohne diese Technik nicht erschlossen werden könnten.

FÜLLSTANDSMESSUNG

Ermittlung des Inhalts von Lagertanks z.B. von Tankstellen (früher auch Transporttanks) manuell mittels Peilstab oder mittels einer kontinuierlich arbeitenden Messeinrichtung (z.B. elektronisch), die in der Regel auch die Funktion einer Überfüllsicherung einschließt.