Energielexikon beginnend mit G

Quelle: MWV (Mineralölwirtschaftsverband e.V.)

Fachbegriffe rund um das Thema Energie
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GASPENDELUNG

Zur Vermeidung von Emissionen insbesondere beim Befüllen und Entleeren von Transportmitteln durch Rücknahme der im zu befüllenden Tank vorhandenen Kohlenwasserstoffdämpfe, z.B. bei der Belieferung von Tankstellen durch Straßentankfahrzeuge. Beim Füllvorgang wird das durch die Flüssigkeit verdrängte Gasvolumen im Verhältnis 1:1 ausgetauscht und bei der erneuten Ladungsaufnahme an der Füllstelle der Gasrückgewinnungsanlage zugeführt.

GASRÜCKFÜHRUNG

Im Gegensatz zur Gaspendelung eine für die Fahrzeugbetankung entwickelte Technik, mit der über spezielle Zapfpistolen die aus dem leeren Fahrzeugtank verdrängten Benzindämpfe abgesaugt und in den unterirdischen Tankstellentank zurückgeführt werden. Der Wirkungsgrad liegt bei 75 bis 80%, s. Kohlefilter. Die Einführung wurde durch die 21. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz gesetzlich geregelt.

GASRÜCKGEWINNUNGSANLAGE

Bei der Befüllung von Transportmitteln werden dort, wo die Gaspendelung technisch nicht möglich ist, die im Transporttank mitgebrachten Kohlenwasserstoffdämpfe – ggf. mit Zwischenlagerung in einem Dämpfespeicher – der Verflüssigung in einer Gasrückgewinnungsanlage/Vapour recovery unit (VRU) zugeführt. An Raffinerie-Füllstellen besteht darüber hinaus die Möglichkeit, die Dämpfe in den Verarbeitungsprozess einzuspeisen oder zu verbrennen.

GASÖL

„Gasöl“ ist die deutsche Fassung der englischen Bezeichnung „Gas oil“, die auf einen früheren Verwendungszweck (Herstellung von Leuchtgas) zurückgeht. Bei der Raffinerieverarbeitung werden zwischen etwa 200°C und 400°C siedende Fraktionen als Gasöle bezeichnet (Leicht-, Schwer-, Vakuumgasöl). Auf dem internationalen Mineralölmarkt werden unter diesem Begriff die Mitteldestillate Dieselkraftstoff und Heizöl EL verstanden.

GEFAHRGUTBEAUFTRAGTE

Von allen Unternehmen, die Gefahrgüter versenden, befördern oder zum Transport übergeben, sind in Deutschland seit 1990 zuverlässige und sachkundige Gefahrgutbeauftragte zu bestellen. Sie müssen geschult sein und ihre Tätigkeit in Form eines Jahresberichts nachweisen. Die deutsche Gefahrgutbeauftragten-Verordnung war Grundlage für eine entsprechende EU-Richtlinie.

GEFAHRGUTTRANSPORT

Bei der Beförderung gefährlicher Güter, zu denen auch Mineralöl zählt, müssen spezielle Sicherheitsvorschriften, s. Unfallmerkblätter erfüllt werden, die in transportmittelspezifischen Verordnungen für die Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße, s. ADR und mit der Eisenbahn, s. RID, festgelegt sind. Die nationale Einführung erfolgte durch die Rahmenverordnungen GGVS und GGVE.
Für den Verkehr auf Binnenwasserstraßen und mit Seeschiffen gelten entsprechend die internationalen Gefahrgutvorschriften ADN / ADNR und IMDG-Code, die durch die Verordnungen GGVBinsch und GGVSee national in Kraft gesetzt worden sind.

GRADTAGSZAHLEN

Differenz zwischen der mittleren Raumtemperatur (derzeit 20°C) und der mittleren Außentemperatur. Die einzelnen Gradtagszahlen werden durch Addition zu Gradtagszahlen eines Monats oder einer Heizperiode zusammengefasst. Sie sind ein Maß für den Verbrauch an Heizenergie.

GRENZÜBERGANGSWERT

Der Grenzübergangswert oder Preis frei deutsche Grenze wird vom Statistischen Bundesamt, Wiesbaden, im Rahmen der Außenhandelsstatistik monatlich nach Warenart und Herkunftsland veröffentlicht. Er ist der Wert des Rohöls bzw. der Mineralölprodukte einschließlich der Transport- und Versicherungskosten vom Ursprungsland bis zur deutschen Grenze, s. cif

GROSSFEUERUNGSANLAGEN-VERORDNUNG (GFA-VO)

Unter diesem Begriff versteht man die 13. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz vom 22. Juni 1983. Mit dieser Verordnung, die ursprünglich nur für Kraftwerke gelten sollte, werden die Emissionen von Schwefeldioxid, Stickoxiden und Staub sowohl bestehender als auch neu zu errichtender Kraftwerke und industrieller Feuerungsanlagen begrenzt. Im europäischen Rahmen wird erst mit der Novelle der entsprechenden Richtlinie (88/609/EWG) das in Deutschland seit langem geltende Niveau auch für andere Länder angestrebt. Die Umsetzung der Großfeuerungsanlagen-Verordnung hat mit dazu beigetragen, dass die Umweltbelastung durch SO2 und Staub erheblich zurückgegangen ist. Früher registrierte hohe Belastungen („Smog“) wurden auf SO2-Quellen in der ehemaligen DDR oder Tschechiens zurückgeführt.

GRUNDÖLE

Grundöle sind die Ausgangsprodukte für die Herstellung von Schmierölen. Sie erhält man aus der Vakuumdestillation geeigneter Rohöle durch Entparaffinierung (Entwachsung), Entaromatisierung und eine besondere Endbehandlung, früher mit Schwefelsäure und Bleicherde, heute mit Wasserstoff, s. Hydrofiner. Die Einstellung besonderer Eigenschaften erfolgt durch Mischung von Grundölen und durch Verwendung von Additiven.