Energielexikon beginnend mit I

Quelle: MWV (Mineralölwirtschaftsverband e.V.)

Fachbegriffe rund um das Thema Energie
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INFORMATIONSSYSTEME

Über die Entwicklung auf dem deutschen Ölmarkt geben in erster Linie die monatliche Statistik des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) – die Amtlichen Mineralöldaten (AMS) – und die aus ihr abgeleiteten Statistiken Auskunft. Diese Amtlichen Mineralöldaten basieren auf dem „Integrierten Mineralölbericht“, der monatlich an das BAFA bzw. den MWV von den Firmen des so genannten Erhebungskreises gemeldet wird. Dieser Bericht deckt nahezu alle Aktivitäten der meldepflichtigen Unternehmen im Mineralölbereich ab. Aus ihm werden Spezialstatistiken abgeleitet, wie z.B. die Produktionsstatistik und mehrere Absatzstatistiken; er dient dem BAFA aber auch zur Überprüfung der Einhaltung der Pflichtbevorratung, s. Bevorratung. Außerdem werden vom Statistischen Bundesamt Außenhandelsdaten für Mineralöl erhoben. Für Warenbewegungen innerhalb der EU erfolgt dies nach dem Konzept des Intrastathandels. Für Ex- und Importe außerhalb der EU werden die Daten nach dem traditionellen Außenhandelprinzip erfasst. Weitere – nicht amtliche – Informationssysteme über den deutschen Mineralölmarkt werden bei verschiedenen Institutionen geführt:

Raffineriestatistik des MWV. Hier werden die Einsatzarten (Rohölprovenienzen nach Ländern, Halbfabrikate, Additive) sowie die Ausbringung (Komponenten, Fertigprodukte) der deutschen Raffinerien erfasst. Die Erhebung ist dem Integrierten Mineralölbericht angegliedert und mit diesem folglich konsistent. Die Erhebung und die Veröffentlichung der Daten erfolgt monatlich.

Kapazitätserhebung des MWV. Einmal jährlich werden beim MWV die Raffinerieverarbeitungskapazitäten in Deutschland im Erhebungsjahr (Ist-Daten) und in den fünf folgenden Jahren veröffentlicht.

Voraussichtliche Produktion. Ebenfalls einmal zu Beginn des Jahres wird vom MWV die voraussichtliche Produktion der Raffinerien für das laufende Jahr erhoben.

Schmierstoffstatistik. Hier werden Angaben über den deutschen Schmierstoffmarkt, dessen Gesamtergebnisse im Integrierten Mineralölbericht erfasst werden, weiter untergliedert. Die Systematik der Schmierstoffgruppen orientiert sich dabei an den Vorgaben der Europäischen Schmierstoffstatistik (Europalub).

Euroilstockstatistik. Im Rahmen einer europäischen Stiftung nach holländischem Recht, Stichting Euroilstock, werden Informationen über die Bestände von Rohölen und Mineralölprodukten sowie den Raffinerieeinsatz und die Ausbeute monatlich europaweit erhoben. Die Ergebnisse werden von der Nachrichtenagentur Reuters veröffentlicht.

Ausgewählte Daten zum Energieverbrauch, erhoben von öffentlichen und privaten Institutionen, werden jährlich zur Energiebilanz für die Bundesrepublik Deutschland aggregiert.

Nationales Informationssystem (NIS). Im Rahmen dieses Informationssystems übermittelt die Raffineriewirtschaft dem Bundeswirtschaftsministerium Daten über die Mineralölversorgung, den Mineralölabsatz sowie Kosten, Erlöse und Erträge. – Rohölregister EV. Gemäß einer Verordnung der Bundesregierung, die auf einer EU-Richtlinie basiert, stellen die Unternehmen der Mineralölindustrie monatlich Teilinformationen über Rohölimporte zur Verfügung. Diese geben Aufschluss über die Versorgungsbedingungen und -kosten der einzelnen Unternehmen.

Monthly Oil Statistics (MOS). Auch dies ist eine Sekundärstatistik der IEA, die aus den Informationen der national zuständigen Statistischen Ämter bedient wird.

INLINE-BLENDING-VERFAHREN

Kraftstoffe, Heiz- und Schmieröl müssen entsprechend den für das jeweilige Produkt definierten Anforderungen aus mehreren Komponenten gemischt werden. Die Mischvorgänge erfolgen überwiegend nach dem „Inline-Blending-Verfahren“, bei dem von den Produkten und den Additiven die für die Mischung errechneten Mengen gleichzeitig in die zum Fertigproduktentank, zum Schiff oder zur Pipeline führende Leitung gegeben werden.

INTERNATIONALE ENERGIEAGENTUR (IEA)

Als direkte Reaktion auf den Ölpreisschub 1973/74 wurde von einer Reihe industrieller Verbraucherländer das Internationale Energieprogramm (IEP) aufgestellt. Das Programm wurde am 18. November 1974 in Kraft gesetzt und wird von der in Paris im Rahmen der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) gegründeten „Internationalen Energieagentur“ (IEA) koordiniert. Dem Abkommen haben sich inzwischen 26 Staaten (USA, Kanada, Japan, Neuseeland, Australien, Schweiz, Türkei, Norwegen, Ungarn, Tschechien, Korea (Süd) sowie die EU-Staaten) angeschlossen.

Voraussetzungen für eine Aufnahme sind:
Die Bevorratungspflicht des IEP (90 Tage) zumindest programmatisch zu erfüllen,
Die Schaffung eines politischen Instrumentariums, das zur Öl- (Energie-) Nachfragedämpfung geeignet ist.

Die Ziele des IEP sind im Einzelnen:
Einrichtung eines gemeinsamen Krisenmechanismus zur Begegnung möglicher künftiger Versorgungskrisen (gemeinsames Ölverteilungssystem),
Der Aufbau und die Aktualisierung eines Informationssystems unter Mitarbeit der Mineralölindustrie, das sowohl das einwandfreie Funktionieren des Krisensystems garantiert als auch umfassende Auskünfte über die Aktivitäten der Ölgesellschaften geben soll.
Die Entwicklung guter Beziehungen zwischen Erdölförder- und Verbraucherländern sowie der Verbraucherländer untereinander mit dem Ziel einer kooperativen Zusammenarbeit.