Energielexikon beginnend mit O

Quelle: MWV (Mineralölwirtschaftsverband e.V.)

Fachbegriffe rund um das Thema Energie
Klicken Sie auf einen der obigen Buchstaben, um zu der Stelle der Seite zu gelangen, an der die Begriffe mit diesem Anfangsbuchstaben beginnen.

OAPEC

Organization of Arab Petroleum Exporting Countries. Die OAPEC wurde im Januar 1968 gegründet und hat ihren Geschäftssitz in Kuwait. Wesentliches Ziel der Gemeinschaft ist die Koordination der arabischen Ölpolitik. Auf diese Staatengruppe entfallen rund 60% der Welt (s. Ölreserven).

Mitglieder:

Arabische Emirate Libyen

Ägypten Katar

Algerien Saudi-Arabien

Bahrein Syrien

Irak Tunesien (Mitgliedschaft ruht seit 1987)

Die OAPEC wird häufig mit der OPEC verwechselt, weil zahlreiche Länder in beiden Organisationen vertreten sind.

OFFSHORE

(Offshore = vor der Küste). Hierunter versteht man die Erdöl- und Erdgaserschließung vor der Festlandsküste und in größeren Binnengewässern. Hier befinden sich über 25% der weltweit nachgewiesenen Ölreserven. Gegenwärtig stammt etwa ein Viertel der Welterdölförderung aus Offshore-Vorkommen.

Die Ölförderung aus Offshore-Vorkommen ist sehr teuer. Eine typische Suchbohrung in der Nordsee erfordert zwischen 3 und 16 Millionen Dollar. Wird man ölfündig, so müssen für den Bau einer Förderplattform weitere Investitionen erbracht werden, die je nach Größe und Wassertiefe zwischen 400 Millionen und 1,5Milliarden Dollar schwanken. Diese Investitionen sind im Hinblick auf eine ausreichende Verfügbarkeit und Diversifikation der Ölquellen notwendig.
Auf der Suche nach Öl ist man in den letzen Jahren in immer größere Meerestiefen vorgedrungen.
Im Golf von Mexiko arbeiten bereits Förderanlagen in 2.000 m Tiefe.

OKTANZAHL

Bei der Bestimmung der Klopffestigkeit wird ein besonderer Einzylinder-Prüfstandsmotor verwendet. Je nach Arbeitsbedingungen liefert er die ROZ (Research-Methode) oder die MOZ (Motor-Methode). Alle Einzelheiten des Messverfahrens sind in DIN 5 1 756 (s. DIN-Normen für Mineralöl) festgelegt. Beide Oktanzahlen charakterisieren unterschiedliche Kraftstoffeigenschaften, die MOZ ist insbesondere ein Hinweis auf das Hochgeschwindigkeits-Klopfverhalten. Die ROZ ist in Deutschland durch die Norm DIN EN 228 (s. Ottokraftstoff) für Normalbenzin auf mindestens 91, für Superbenzin auf mindestens 95 und für Super Plus auf mindestens 98 festgelegt.

OLEFINE

Olefine (Alkene) ist ein Sammelausdruck für „ungesättigte“ Kohlenwasserstoffe, in denen mindestens zwei Wasserstoffatome durch eine zusätzliche Bindung zwischen zwei ohnehin miteinander verbundenen Kohlenstoffatomen (Doppelbindung) ersetzt wird. An dieser Doppelbindung geht das Molekül besonders leicht Reaktionen ein, was in vielen Mineralölprodukten die Lagerstabilität negativ beeinflusst. Die einfachsten Olefine (Ethylen, Propylen) werden aus Rohbenzin von der Petrochemie als Ausgangsstoffe für die vielfältigen Synthesen hergestellt.

OPEC

Organization of the Petroleum Exporting Countries. Die OPEC wurde im Jahr 1960 gegründet und hat ihren Geschäftssitz in Wien. Ihre besondere Bedeutung für den Weltölmarkt ergibt sich daraus, dass zum einen in den Mitgliedsländern dieser Organisation knapp 80% der nachgewiesenen Weltölreserven lagern und sie zum anderen mit einer Ölförderung weit über den eigenen Bedarf hinaus einen wesentlichen Teil des Ölbedarfs anderer Länder decken.

Die OPEC hatte sich bei ihrer Gründung zum Ziel gesetzt, die Mitgliedsländer gegen einen Preisverfall und eine Verringerung ihrer Einnahmen aus der Ölförderung abzusichern und im gegenseitigen Interesse eine gemeinsame Ölpolitik zu betreiben. Herausragende politische Bedeutung erhielt die OPEC in den 70er Jahren, als sie durch die Nationalisierung der ausländischen Fördergesellschaften die Geschehnisse am Weltölmarkt bestimmte.

Mitglieder: Arabische Emirate, Indonesien, Libyen, Algerien, Irak*, Nigeria, Ecuador**, Iran*, Katar, Gabun**, Kuwait*, Saudi-Arabien*, Venezuela*.

* Gründerstaaten der OPEC
** Ecuador und Gabun sind 1992 bzw. 1996 aus der OPEC ausgeschieden.

OPOL

Offshore Pollution Liability Agreement. Von den im Offshore-Bereich der Nordsee tätigen Betriebsgesellschaften vereinbartes freiwilliges Entschädigungssystem für die Regulierung von Ölverschmutzungs- und Reinigungskosten. In Kraft seit 1975.

ORIMULSION

Als Orimulsion wird eine Emulsion von natürlichem Bitumen – gewonnen im Orinoco-Becken (Venezuela) aus etwa 900 bis 1000 Metern Tiefe – in Wasser bezeichnet, die ungefähr 70% Naturbitumen, ungefähr 30% Wasser und 0,2% grenzflächenaktive Stoffe zur Erleichterung der Emulsionsbildung enthält. Die Herstellung einer Emulsion dient zur Erleichterung der Beförderung des Bitumens. Das Erzeugnis wird als Brennstoff verwendet. Während der Heizwert des eigentlichen Orinoco-Bitumens mit etwa 40 MJ/kg dem von schwerem Heizöl entspricht, liegt der Heizwert der Emulsion wegen des Wassergehalts nur bei etwa 28 MJ/kg und entspricht damit dem von Steinkohle. Zolltarifliche Einreihung: KN Code 2714 90 00.

OTTOKRAFTSTOFF

Ottokraftstoff ist die offizielle Bezeichnung für Normal- (Regular-) und Super- (Premium-) Kraftstoffe (s.Benzin) für Vergaser- und Einspritzmotoren mit Fremdzündung (Ottomotoren). Wichtigste Kriterien der Ottokraftstoffe sind Klopffestigkeit (s. Oktanzahl), hoher Energiegehalt, gute Vergasbarkeit und geringe Rückstandsbildung im Kraftstoffsystem und im Motor. Die Qualitätsanforderungen sind in der DIN EN 228 Ottokraftstoff festgelegt.

Zum Bleigehalt von Ottokraftstoff s. Benzinbleigesetz.

Bleifreies Benzin zur Zusammensetzung s. Benzin, Raffinerieverfahren, sauerstoffhaltige Komponenten.

OZON

Ozon (chemisches Zeichen O3) ist eine besondere Erscheinungsform des Sauerstoffs. Es entsteht aus dem normalen Sauerstoff der Luft (chemisches Zeichen O2) durch Einlagerung eines einzelnen Sauerstoffatoms. Ozon ist sehr reaktionsfreudig und kann bei hohen Konzentrationen biologische Substanzen schädigen. Bei starker Sonneneinstrahlung bildet sich im Sommer Ozon in den unteren Schichten der Atmosphäre in einer komplizierten chemischen Reaktion. Beteiligt daran sind natürliche und anthropogen emittierte Kohlenwasserstoffe und Stickoxide (Sommersmog). Eine Regelung im Bundes-Immissionsschutzgesetz, gegen hohe Ozonkonzentrationen durch Verkehrsbeschränkungen in den Bundesländern vorzugehen, ist Ende 1999 ausgelaufen. Eine Nachfolgeregelung besteht z. Z. noch nicht.